Geely hatte alles, um Europa schon 2010 zu dominieren. Warum hat es bis jetzt gewartet?
Bereits lange vor BYD, Chery oder Xpeng verfügte Geely über eine etablierte Marke, Ingenieure und Fabriken in Europa dank des Kaufes von Volvo.
Im Jahr 2010 gelingt Geely ein Meisterstück. Für 1,8 Milliarden Dollar erwirbt der chinesische Hersteller Volvo Cars von Ford. Es ist nicht der erste chinesische Kauf einer europäischen Automarke – Nanjing Automobile hatte 2005 MG erworben, bevor es 2007 von SAIC absorbiert wurde –, aber diese Transaktion hat eindeutig eine andere Dimension. MG war ein leeres Gefäß, während Geely die Kontrolle über eine weltweite Premium-Marke, ihr Know-how, ihre Ingenieure und eine echte industrielle Präsenz in Europa gewinnt. Sechzehn Jahre später scheint der chinesische Automobilgigant erst zu beginnen, diesen unglaublichen Vorsprung voll auszuschöpfen.
Auf dem Papier war die Autobahn frei.
Es kam jedoch nicht in Frage, einfach nur kostengünstige chinesische Autos zu importieren, um sie in den teuren europäischen Fabriken zu produzieren. Der Vorteil von Geely lag woanders: von Anfang an über eine lokale Ingenieurskunst, gemeinsame Plattformen, industrielle Werkzeuge und ein Wissen über den europäischen Markt zu verfügen, das seine chinesischen Wettbewerber Jahre brauchen würden, um zu erlangen.
Die Volvo-Fabrik in Gent symbolisiert perfekt diese Gelegenheit. Bereits 2018 kündigte Volvo an, dass dort Lynk & Co produziert werden sollte, insbesondere unter Nutzung der durch die gemeinsame CMA-Plattform ermöglichten Skaleneffekte.
Aber Geely hat sich für eine andere Strategie entschieden. Anstatt diesen Vorteil sofort in einen massiven kommerziellen Vorstoß umzuwandeln, hat der Konzern Volvo weiterentwickelt, Lynk & Co, Polestar und dann Zeekr gestartet und verschiedene Positionierungen geschaffen. Eine ambitionierte Strategie, aber komplex und letztendlich ziemlich weit entfernt von einer Eroberung des europäischen Marktes durch Volumen.
In der Zwischenzeit haben BYD, Chery und andere chinesische Hersteller aufgeschlossen.
Geely scheint nun entschlossen, die verlorene Zeit aufzuholen. Ihr Projekt mit Ford umfasst insbesondere die Produktion von Geely-Elektrofahrzeugen in Valencia, Spanien, ab 2028.
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Das Paradoxon bleibt: Geely besaß vor fast all seinen chinesischen Konkurrenten die wesentlichen Bausteine, die für die Eroberung des europäischen Automobilmarktes notwendig waren. Es fehlte vielleicht einfach lange Zeit der Wille, diese zusammenzufügen.
This page is translated from the original post "Geely avait tout pour dominer l’Europe dès 2010. Pourquoi a-t-il attendu ?" lang Französisch.
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