Porsche weiterhin im elektrischen Unklaren
Indem Porsche endlich die Ankunft des elektrischen 718 bestätigt, beruhigt es… ohne wirklich den Eindruck einer sich je nach Umständen ändernden Strategie zu zerstreuen.
Während Ferrari mit der Luce, seinem ersten 100 % elektrischen Auto, ins Unbekannte springt, wirkt Porsche weiterhin, als ob es nach Sicht navigiert. Sicher, der neue Geschäftsführer Michael Leiters hat endlich bestätigt, dass der elektrische 718 tatsächlich produziert wird. Eine gute Nachricht für die Fans der Marke. Aber diese Ankündigung ähnelt eher einer Rücknahme als einer Bekräftigung einer klaren Vision.
Es muss gesagt werden, dass Stuttgart seit mehr als drei Jahren und der Präsentation der Mission X zwischen Höhen und Tiefen schwankt. Startverschiebungen, Gerüchte über die Streichung des 718, eine Verlangsamung der Investitionen in Elektrofahrzeuge, ein stetiger Plädoyer für E-Fuels… es ist schwierig, eine klare Linie zu verfolgen. In der Zwischenzeit zieht die Konkurrenz an.
In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Wirtschaftlicher als technologisch?
Die Bestätigung des elektrischen 718 ist auch ein Zeichen für diesen neuen Ansatz. Leiters präsentiert ihn nicht als Symbol der Energiewende oder als technologische Schau, sondern als „die beste Lösung aus wirtschaftlicher Sicht“, und fügt hinzu, dass es „ein fantastisches Auto sein wird“. Die gleiche Logik gilt für den Taycan, der nicht aufgegeben, sondern dessen Modellpalette vereinfacht wird, um die industrielle Komplexität zu verringern.
Parallel dazu fordert Porsche weiterhin mehr regulatorische Flexibilität in Europa. Michael Leiters hält die CO₂-Ziele für zu ambitioniert, plädiert für die Integration synthetischer Kraftstoffe in die Emissionsberechnungen und ist der Ansicht, dass die europäische Industrie mehr den Vorschriften gefolgt ist als den Erwartungen der Kunden. Eine Aussage, die den in den letzten Jahren geäußerten Meinungen der Marke entspricht.
In Maranello ist der Ton ein ganz anderer. Die Ferrari Luce kommt nicht bei allen gut an, ihr Design spaltet die Meinungen und ihr kommerzieller Erfolg bleibt abzuwarten. Aber Ferrari steht diesem Schritt voll und ganz zu. John Elkann spricht eine klare Abkehr aus, während Benedetto Vigna erklärt, dass es keinen Sinn gemacht hätte, einen elektrischen Ferrari zu konzipieren, der wie ein thermischer Ferrari aussieht.
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Die Luce könnte scheitern. Oder eine Referenz werden. Niemand weiß es noch. Aber eines ist sicher: Ferrari hat seinen Kurs gewählt und akzeptiert die damit verbundenen Risiken. Porsche, dessen technische Qualitäten offensichtlich nicht in Frage gestellt werden, scheint hingegen noch auf der Suche nach seinem Kurs zu sein. Indem der deutsche Hersteller seinen Kurs ständig an die wirtschaftlichen, politischen oder regulatorischen Gegebenheiten anpasst, erweckt er den Eindruck, die Transformation mehr zu erleiden, als sie zu leiten. Und in einer sich rasch verändernden Branche kann Zögern manchmal ebenso teuer sein wie eine falsche Entscheidung.
This page is translated from the original post "Porsche toujours dans le flou électrique" lang Französisch.
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