Elektro-Lkw: BYD hat bereits die Mittel, um Mercedes, Volvo und Tesla ins Wanken zu bringen
Mit seinem neuen Schwerlast-Lkw ETT 44 stellt BYD die Referenzen im europäischen Transportwesen in Frage und stützt sich auf eine industrielle Erfahrung, die weit über seinen automobilen Durchbruch hinausreicht.
BYD im Rückspiegel von Mercedes, MAN, Volvo oder Tesla zu entdecken, kann überraschend sein. Dennoch tritt der chinesische Hersteller nicht mit ein paar Batterien in der Hand in den professionellen Transport ein.
Seine elektrische Geschichte reicht weit über die seiner erst kürzlich bei uns eingetroffenen Autos hinaus. BYD stellte bereits 2010 elektrische Busse her. Im Januar 2019 feierte er seinen 50.000. Einzelstück! Seine Elektro-Nutzfahrzeuge und -Lkw werden seit 2013 vertrieben. Das sind also dreizehn Jahre Erfahrung im Gütertransport, zu der auch die der Reisebusflotten kommt.
Die Gefahr, BYD zu unterschätzen
Der eigentliche Vorteil von BYD liegt unter der Fahrzeugkarosserie. Gegründet in den Batterien im Jahr 1995, beherrscht der Konzern auch Elektromotoren, Leistungselektronik und Halbleiter. Diese industrielle Integration verschafft ihm Hebel, um die Kosten zu kontrollieren, die Beschaffung zu sichern und die wesentlichen Komponenten gemeinsam anzupassen. Quelle: BYD.
In Hannover spiegelt der ETT 44 dieses Ziel wider: bis zu 1.000 PS, Batterie mit 651 kWh, angekündigte Reichweite von 600 km und Ladezeiten von 20 bis 80 % innerhalb von zwanzig Minuten. BYD bietet zudem Lademöglichkeiten, Energiespeicher und Finanzierung: konkrete Argumente für die Transportunternehmen.
Kann er also auf Augenhöhe mit den Referenzen konkurrieren oder sogar in einigen Kriterien Vorteile erzielen? Ganz klar. Aber ein technisches Datenblatt beweist keine umfassende Überlegenheit: Nutzlast, tatsächlicher Verbrauch, Preis, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit des Service müssen die Konkurrenten voneinander unterscheiden. BYD hat jedoch eine industrielle Legitimität, die durch seine noch relativ geringe Bekanntheit in Europa möglicherweise unterschätzt wird. Seine Rivalen würden schlecht daran tun, ihn für einen Neuling zu halten.
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