Karma: Nie hat ein Auto seinen Namen so schlecht getragen

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Karma Kaveya

Zwischen Ketteninsolvenzen und misslungenen Technologiewetten versucht Karma Automotive erneut, einem industriellen Schicksal zu entkommen, das an der Karosserie haftet.

In der Automobilindustrie gibt es Namen, die Glück bringen, während andere das Gegenteil zu bedeuten scheinen. Karma Automotive gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Als direkte Nachfolgerin von Fisker Automotive hat die kalifornische Marke ein Jahrzehnt an finanziellen Misserfolgen, Umstrukturierungen und unerfüllten Versprechungen hinter sich. Und doch bleibt sie hartnäckig und wird heute von einer neuen Hoffnung getragen: den halbsoliden Batterien.

Zurück ins Jahr 2014. Fisker Automotive, Erfinder des spektakulären Fisker Karma Plug-in-Hybrid, meldet Insolvenz nach einer Reihe technischer Probleme und einer katastrophalen Finanzverwaltung. Die Vermögenswerte werden von der chinesischen Gruppe Wanxiang aufgekauft, die die Aktivitäten unter dem Namen Karma Automotive wiederbelebt. Doch die Wiedergeburt bleibt fragil: Die Revero, eine Limousine mit Reichweitenverlängerer, die vom ursprünglichen Modell abgeleitet ist, verkauft sich nur zögerlich, trotz einer klaren Premium-Positionierung.

Zusätzliche Ironie: Fisker Inc., Henrik Fiskers zweite Versuch im Elektrobereich, wird zehn Jahre später ebenfalls Insolvenz anmelden. Zwei Unternehmen, zwei große Misserfolge, ein und dasselbe instabile industrielle Erbe.

Angesagtes Desaster für Karma 2.0?

Heute möchte Karma ein neues Kapitel mit der Kaveya schreiben, einem 100 % elektrischen Coupé, das für 2027 angekündigt ist und mit halbsoliden Batterien von Factorial Energy ausgestattet wird. Auf dem Papier beeindruckt die technische Datenblatt: über 1.000 PS, innovative Architektur, spektakuläres Design. Doch das wahre Signal liegt woanders: Die Marke gibt offen zu, eine Image-Strategie statt eine Volumen-Strategie zu verfolgen.

Und genau da liegt das Problem. Auf Prestige und Seltenheit zu setzen, kann das Ego einer Marke schmeicheln, aber es offenbart auch eine Art wirtschaftlicher Sackgasse. Wenn man pro Jahr nur einige Hundert Autos verkauft, wie sichert man die Zukunft eines Automobilunternehmens? Die Industrie basiert auf der Amortisation der Entwicklungskosten, der Logistik und den Skaleneffekten – drei Elemente, die mit fast handwerklichen Produktionen unvereinbar sind. Die Positionierung als „Technologielabor“ mag marketingtechnisch verführerisch sein, verdeutlicht aber vor allem die chronische Schwierigkeit, einen echten Markt zu finden.

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Feststoffbatterien könnten ein Image-Vorteil bieten, sogar einen Medienauftritt. Doch ohne Volumen reicht die Technologie allein nicht aus, um eine nachhaltige wirtschaftliche Basis aufzubauen. Karma spielt also ein heikles Spiel: Pionier werden, ohne wieder eine Fußnote zu werden. Den nächsten Schritt zu machen ist notwendig, aber man muss Autos verkaufen, um das nächste Kapitel zu schreiben.

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This page is translated from the original post "Karma : jamais une voiture n’a si mal porté son nom" lang Französisch.

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